Der Trote y Galope oder Troton

Spricht man über den Paso Fino, so muss auch der Trochador und der Trote y Galope erwähnt werden, da alle 3 aufgrund ihrer Herkunft und der Zucht eng miteinander verwandt sind. In Kolumbien besitzen alle 3 den gleichen Stellenwert und werden ähnlich geritten und trainiert. Man verwendet die gleichen Sättel, Zamarros, Gebisse etc. und manchmal werden die Pferde sogar von denselben Reitern geritten. 90% der Turnierregeln sind ebenfalls identisch.

Viele Bewunderer des Trote y Galope glauben, dass sich die typischen Gänge dieser Pferde durch das schwierige Gelände einiger kolumbianischer Landstriche herauskristallisiert haben. Die Weichheit und das elegante Erscheinungsbild haben Maler und Bildhauer ebenso inspiriert wie Dichter und Musiker.

Seine Herkunft

Es waren die spanischen Konquistadoren, die das Pferd im 16. Jhd. nach Amerika brachten (bzw. zurückbrachten), da Pferde bei der Eroberung und Kolonialisierung des südamerikanischen Kontinents unentbehrlich waren. Diese Pferde stammten aus Spanien und Nordafrika. Die spanischen Pferde waren Nachkommen einer Kreuzung aus Soraya, Arabern und Berbern. Unser ursprüngliches kolumbianische Pferd war also ein Kreuzung aus diesen Rassen. Während im Paso Fino der Berbereinfluß deutlich mehr zum tragen kommt, ist der Trote y Galope mehr vom Andalusier geprägt und der Trocha ist eine Mischung aus beidem.

Merkmale

Der Trote y Galope ist gewöhnlich etwas größer als der Paso Fino. Er verfügt über sehr elastische Gänge. Sein Hals ist stark ausgeprägt und muskulös. Die Pferde haben einen sehr athletischen Körperbau. Trote y Galope Pferde sind sehr intelligent, verfügen über viel Dynamik und Brio und sind trotzdem leichtrittig und menschenbezogen.

Brio

Brio und Dynamik formen eine Einheit. Brio bedeutet hierbei das Temperament, Dynamik die Kraft und Energie. Brio ist dem Pferd angeboren, während sich die Dynamik im Laufe des Lebens eines Pferdes entwickelt. Ein dünnes Pferd hat keine Energie und kann sein volles Brio und seine gesamte Dynamik nicht entfalten; ein unterernährtes Pferd mit viel Brio ermüdet schnell und bringt keine Leistung mehr.

Der Trote muss in Versammlung geritten werden, nicht ganz so versammelt wie eine Passage, aber auch nicht so schnell wie der Trocha. Dasselbe trifft auf den Galope zu, der entsprechend versammelt sein muss.

Dr. Raul Estrada beschreibt den typischen Hufschlag der einzelnen Gangarten wie folgt:

Trote: tas...tas...tas...tas...tas...tas...tas...tas...tas *
Galope: Ca...tor...ce...ca...tor...ce...ca...tor...ce...ca...tor...ce...ca...to
Trocha: tras...tras...tras...tras...tras...tras...tras...tras...tras..
Paso Fino: ta..ca...ta...ca...ta...ca...ta...ca...ta...ca...ta...ca...ta...ca...

(* Sollten Sie Trote und Trocha verwechseln, verwenden Sie für den Trote am besten: tac...tac...tac...tac...tac...tac...)

Sollten sich Ihnen jemals die Gelegenheit bieten, einen Trote y Galope oder einen Trochador zu reiten, nutzen Sie sie. Sie werden feststellen, dass sich die Pferde kaum im Handling unterscheiden, aber ein vollkommen anderes Reitgefühl vermitteln. Wenn sie einen Trote y Galope galoppieren, werden Sie verstehen, weshalb man ihn als den Sohn des Windes bezeichnet. Sie werden sehen, dass der Wind einfach Ihre Sorgen wegbläst und sie ein Gefühl der vollkommenen Freiheit verspüren.